KX250F und KX450F 2013 - mehr Leistung zum gleichen Preis
Dieses Jahr präsentierte Kawasaki seine KX Neuheiten auf der anspruchsvollen WM-Strecke in Teutschenthal D. Die Strecke eignete sich mit ihren schnellen Passagen, winkligen Kurven, sowie grossen Sprüngen und steilen Auf- und Abfahrten hervorragend um den neuen Bikes auf den Zahn zu fühlen. Mit Alain Schafer (Dritter der laufenden MX1 Schweizermeisterschaft) war zudem ein Pilot mit an Bord, der über viel technisches Know-How zu den 2012er Modelle verfügt.
Die neue KX250F (CHF 9'490.-) – Renntechnologie und Spass purDie siegverwöhnte KX250F wurde noch einmal rundum überarbeitet und die Performance weiter gesteigert. Ein stärkerer Motor, der nun wie bei der KX450F über einfache Plug-and-Play-Stecker auf 3 Motorkennfelder umgestellt werden kann, kommt den Fahrern entgegen. Auch die Ergonomie wurde überarbeitet; ein schmalerer Rahmen, ein flacheres Tank/Sitzbank-Design sowie eine SFF-Gabel der zweiten Generation sorgen für ein optimiertes Fahrgefühl. Nun aber weg von der Theorie und ab auf die Strecke!
Optisch gefällt die Neue auf Anhieb. Die neu gestylten Plastikteile und das nun schwarze Heck unterstreichen die hohen Ansprüche der KX250F. Bei der ersten Sitzprobe ist nichts Aussergewöhnliches zu entdecken und auch auf der Piste fühlt man sich auf Anhieb wohl. Nachdem ersten Kennenlernen des Kurs, ging es schon bald recht flott voran. Die KX250F beschleunigt wie gewohnt stark aus den Kurven heraus und ist noch drehfreudiger als das Vorjahresmodell. Auch die überarbeitete Gabel vermittelte ein gutes Gefühl, einzig für die grossen Sprünge im vierten Gang Vollgas, mussten wir die Gabel etwas härter stellen. Die überarbeitete Vorderradbremse hat nun deutlich mehr Bremskraft als das 2012er Modell.
Es war auf jeden Fall ein Vergnügen mit der handlichen KX250F um den schnellen Kurs zu heizen.
Die neue KX450F (CHF 9'990.-) – Gewohnt stark mit verbessertem Fahrgefühl
Über mangelnde Leistung können sich bei den heutigen 450er nur noch ganz wenige Fahrer beklagen. Deshalb lag das Hauptaugenmerk der Ingenieure auf Fahrbarkeit und Handling der neuen KX450F. Nichts desto trotz wurde auch der Motor überarbeitet und weiter verstärkt. Mit der pneumatischen Upside-down-Gabel (PSF) von Kayaba lanciert Kawasaki eine neue Fahrwerkstechnologie, welche die Federn durch Druckluft ersetzt. Wie bei der KX250F wurden die Plastiks neu gestylt und ebenfalls die Vorderbremse optimiert.
Die neue KX450F wirkt schlanker und kleiner als das Vorjahresmodell. Dieser Effekt ist wohl dem neuen Styling und vor allem dem weissen Heck zuzuschreiben. Die Sitzposition ist wie gewohnt und passt hervorragend, optional kann der Lenker 4-fach und die Fussrasten 2-fach verstellt werden. Jetzt aber auf die Piste mit dem „Biest“.
Wo man vorhin mit der „Kleinen“ noch richtig aufziehen musste um den Sprung zu schaffen, reicht nun ein kurzer Gasstoss vor dem Absprung. Die KX450F hat dermassen Drehmoment und Leistung, dass zu jedem Zeitpunkt mehr als genug vorhanden ist. Auf harten und rutschigen Strecken mag es sogar sinnvoll sein, die Leistung mit dem vorhandenen DFI-Stecker etwas einzudämmen. Gleiches gilt für den Start, aber da hat sich der eingebaute Launch-Kontrollmodus ja bestens bewährt.
Die grösste Änderung an der KX450F konnte ebenfalls überzeugen. Die PSF-Gabel verfügt über grosse Durchschlagsreserven und vermittelt mehr Gefühl für das Vorderrad. Dem Fahrer kommt zudem entgegen, dass die Gabel nun stufenlos und sehr einfach auf die gewünschte Härte angepasst werden kann.
Beide Modelle sind ab Mitte Juli verfügbar.
Vier Fragen an Alain Schafer
1. Wo siehst du den Hauptunterschied der KX250F 2013 zu 2012?
Mit dem weissen DFI-Stecker, der ein aggressiveres Mapping abruft, ist die neue stärker als das Vorjahresmodell. Das Fahrwerk fühlt sich ähnlich an wie bisher, die Vorderbremse hat jedoch deutlich mehr Bremskraft. Insgesamt läuft das Motorrad bereits Standard sehr gut und kann leicht auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.
2. Welchen Eindruck hast du von der neuen PSF-Gabel der KX450F?
Bei grossen Schlägen und Kompressionen arbeitet die Gabel hervorragend und hat niemals durchgeschlagen. Das Bike fühlt sich sehr handlich an und lässt sich locker in die Kurven legen. Für den Renneinsatz müssten natürlich noch verschiedene Einstellungen getestet werden, aber die Gabel funktioniert im Originalzustand schon sehr gut.
3. In der MX Open Schweizermeisterschaft liegst du aktuell auf dem dritten Rang. Wie ist es dir bisher ergangen und bist du zufrieden mit deiner Leistung?
Meine KX450F ist sehr kräftig und ich starte meist unter den ersten Fünf, was für die Rennen sehr wichtig ist. Wir haben viel am Fahrwerk getestet und ich fühle mich sehr wohl auf dem Motorrad. Trotzdem versuchen wir uns natürlich immer zu verbessern. In Payerne konnte ich sogar einen Lauf gewinnen und ich hoffe, dass ich dieses Jahr auch noch einen Tagessieg feiern kann. Es läuft bisher alles nach Plan und ich freue mich auf die kommenden Rennen. Wenn ich zu Saisonende auf einem Podestplatz liege, bin ich zufrieden.
4. Hast du schon Pläne fürs kommende Jahr?
Normalerweise werde ich im Team MoTec auf Kawasaki weitermachen. Ich versuche mich weiter zu verbessern und will auf jeden Fall um den Titel fahren.