Team Bolliger: Saisonrückblick der FIM EWC
Team Bolliger Switzerland #8 blickt auf eine intensive FIM-EWC-Saison 2026 zurück: ein starker Auftakt in Le Mans, wichtige Punkte in Spa, extreme Bedingungen in Suzuka und ein bitteres Finale beim Bol d’Or.
Vier Rennen, zahlreiche Herausforderungen und voller Einsatz bis zum Schluss: In der FIM Endurance World Championship 2026 stellte Team Bolliger Switzerland seine Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis. Starke Resultate, wertvolle Meisterschaftspunkte, schwierige Wetterbedingungen und ein schmerzhafter Ausfall prägten die Saison. Vor allem zeigte das Jahr den aussergewöhnlichen Zusammenhalt eines der traditionsreichsten Privatteams im Langstreckensport.
24 Stunden von Le Mans: Platz sieben zum Saisonstart
Zum Saisonauftakt trat Team Bolliger im April beim legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans an. Von Startplatz 14 erwischte Alex einen starken Start und brachte das Team rasch in die Top 10. Nico und Ville knüpften mit konstant schnellen Rundenzeiten an diese Leistung an und sorgten für eine stabile Anfangsphase.
Nach rund siebeneinhalb Stunden wurde ein Problem an den Bremsen zur ersten grossen Bewährungsprobe. Die komplette vordere Bremsanlage musste ersetzt werden, wodurch wertvolle Zeit verloren ging. Das Team bewahrte Ruhe und kämpfte sich während der kalten Nacht Schritt für Schritt zurück. Nach 16 Stunden lag die Mannschaft wieder auf Gesamtrang zehn und auf Platz sieben ihrer Klasse. Damit waren die ersten vier Meisterschaftspunkte gesichert.
Im letzten Renndrittel hielten Alex, Nico und Ville das Tempo hoch. Trotz eines Sturzes von Nico direkt nach einem Boxenstopp blieb die Kawasaki weitgehend unbeschädigt. Beim nächsten Halt musste lediglich die rechte Fussraste ersetzt werden. Mit einer starken Schlussphase kämpfte sich Team Bolliger auf den siebten Gesamtrang und Platz sechs in der Klasse vor. Der verdiente Lohn: insgesamt 23 Meisterschaftspunkte und ein Saisonstart, der Fahrern und Mannschaft viel Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben gab.
8 Stunden von Spa: Aufholjagd und elf Meisterschaftspunkte
Im Juni stand mit den 8 Stunden von Spa-Francorchamps eine der anspruchsvollsten Strecken des Kalenders auf dem Programm. Bereits die Vorbereitung war von wechselhaftem Wetter geprägt. Beim privaten Test absolvierte das Team knapp 1'000 Kilometer und sammelte wichtige Erkenntnisse, obwohl nur wenige Runden unter trockenen Bedingungen möglich waren.
Das Qualifying verlief nicht nach Wunsch. Eine nicht optimale Reifenwahl verhinderte, dass das vorhandene Potenzial vollständig ausgeschöpft werden konnte. Von Startplatz 16 ging Team Bolliger mit entsprechend viel Arbeit ins Rennen. Im weiteren Rennverlauf wurden die schwierigen und wechselnden Bedingungen jedoch zunehmend zur Stärke der erfahrenen Mannschaft. Mit einer geschlossenen Teamleistung arbeiteten sich die Fahrer kontinuierlich nach vorne und lagen rund 40 Minuten vor Rennende in den Top 10.
Kurz vor dem Ziel kostete ein Sturz mehrere Positionen. Da das Motorrad aus eigener Kraft an die Box zurückgebracht werden konnte, erreichte Team Bolliger dennoch den 16. Gesamtrang und Platz zehn in der EWC-Wertung. Angesichts des späten Rückschlags waren die elf gewonnenen Meisterschaftspunkte besonders wertvoll. Viel Zeit zum Durchatmen blieb nicht: Kurz darauf begann bereits die Vorbereitung auf die Reise nach Japan.
8 Stunden von Suzuka: Starker Einsatz unter extremen Bedingungen
Der dritte von vier Meisterschaftsläufen führte das Team im Juli zu den 8 Stunden von Suzuka. Bereits das Warm-up fand auf nasser Strecke statt. Vor dem Start machte die unklare Wetterlage ein zusätzliches Teammanager-Briefing erforderlich. Das Rennen konnte schliesslich planmässig beginnen, und Alex brachte die Kawasaki auf abtrocknender Strecke mit einem starken Start direkt in die Top 20.
In den ersten Stints von Alex, Nico und Xavi behauptete sich Team Bolliger konstant zwischen den Rängen 15 und 19. Wiederkehrender Starkregen, mehrere Stürze anderer Teams und lange Safety-Car-Phasen forderten die Mannschaft taktisch bis an die Grenzen. Da die Bedingungen auf der 5,8 Kilometer langen Strecke nie überall gleich waren, blieben Reifenwahl und Boxenstrategie eine permanente Herausforderung.
Trotz der wechselhaften Bedingungen hielt sich das Team konstant um den 21. Gesamtrang. Den letzten Stint übernahm Nico, der auf stark nasser Strecke und erneut hinter dem Safety Car bis ins Ziel fuhr. Team Bolliger beendete das Rennen auf Rang 21 im Gesamtklassement und auf Platz 16 der EWC-Klasse. Das Resultat blieb zwar etwas hinter den eigenen Erwartungen zurück, unterstrich jedoch erneut die Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft der gesamten Mannschaft unter extrem schwierigen Bedingungen.
Bol d’Or: Mit starkem Tempo in der Spitzengruppe
Beim Saisonfinale im September zeigte Team Bolliger zunächst eine seiner stärksten Leistungen des Jahres. Von Startplatz 17 arbeitete sich die Mannschaft bereits in der ersten Runde bis auf Rang sechs vor. Schnelle und konstante Rundenzeiten, eine überzeugende Strategie und präzise Boxenarbeit ermöglichten es dem Team, mit der Spitzengruppe mitzuhalten.
Auch während der Nacht blieb die Mannschaft auf Kurs. Alex und Xavi absolvierten planmässig Doppelstints, während das Team den siebten Platz behauptete. Bis dahin verlief das Rennen ohne technische Probleme oder Zwischenfälle. Doch nur zwei Runden nach der Übergabe von Alex an Xavi kehrte die Kawasaki mit ungewöhnlichen Geräuschen an die Box zurück.
Die Mechaniker begannen umgehend mit einer umfassenden Fehlersuche und bauten schliesslich den Motor aus. Die ernüchternde Diagnose: Ein Pleuellagerschaden zwang Team Bolliger zur Aufgabe. Nach einem nahezu perfekten Rennverlauf war das vorzeitige Ende besonders bitter. Gleichzeitig hatte die Mannschaft bis zu diesem Zeitpunkt eindrucksvoll bewiesen, dass sie auf höchstem Niveau um Spitzenpositionen kämpfen kann.
FIM-EWC-Saison 2026: Teamwork als stärkste Konstante
Die FIM-EWC-Saison 2026 vereinte Geschwindigkeit, Strategie, Präzision und Rückschläge. Team Bolliger Switzerland erreichte in Le Mans den siebten Gesamtrang, holte in Spa wichtige Meisterschaftspunkte, bewältigte in Suzuka extreme Bedingungen und kämpfte beim Bol d’Or bis zum technisch bedingten Ausfall um eine Spitzenposition.
Neben der Leistung auf der Rennstrecke war der Zusammenhalt entscheidend. Fahrer, Mechaniker, Helfer, Partner, Sponsoren und Fans bildeten während der gesamten Saison eine starke Gemeinschaft. Die Unterstützung an der Strecke, am Livetiming, in den sozialen Medien und hinter den Kulissen gab dem Team zusätzliche Motivation.
Der Blick richtet sich nach vorne. Team Bolliger wertet die Erfahrungen aus der Saison aus und arbeitet bereits an den nächsten Schritten. Das Ziel bleibt klar: sich kontinuierlich verbessern und auch in der kommenden Saison mit Kawasaki für starke Resultate und unvergessliche Motorsportmomente sorgen.